Hammelburger Geschichte(n)

Viele Urkunden berichten über den Weinbau im Saaletal

Zu den ältesten Dörfern des Kreises zählt Euerdorf, das schon im 8 Jahrhundert Weinbau betrieb.
Nach einer Urkunde aus dem Jahre 824 schenkten Balderich, Egirich und Batto von Machtolf den Teil einet Weinberges, in der Flur Machiolfhausen (Machtilshausen) gelegen, an das Kloster Fulda. 842, 14. Mai schenkte Hagano dem Fuldaer Kloster einen Weinberg in der Thulbaer Markung. 1094 übergab der Edle Bodo dem Kloster Theres unter anderem 4 Weinberge in Sulzthal und 3 in Aura.
Die Abtei Aura erhielt um 1113 in Sulzthal nach dem Stiftunsbrief des heiligen Bischofs Otto 8 Mausen Weinberge (ein Mauso hatte 30 Morgen = 1 Hube) und in Elfershausen 4 Mausen mit Weinbergen. Nach einem um das Jahr 1160 festgesetzten Güterverzeichnis besaß das Kloster Fulda zu Wintgraben ( = Langendorf, an der Saale gelegen), 6 Weinberge.
Im Jahre 1934 verkaufte die Gräfin Mechthild von Henneberg an das Stift Würzburg auch 22 Morgen freie und 7 Morgen belehnte Weinberge. 1259 überläßt Johann von Reichenberg dem Abte von Fulda 10 Morgen Weinberge von Hundsfeld, am alten Berge beim Reußenberg. 1279 erhielt Albert von Wiersfeld (Weyersfeld) in Diebach 7 Morgen Weinberge zu Lehen. 1290 schenkte Konrad der Jüngere von Westheim dem Hammelburger Bürger Gottfried von Winkels zwei Joch Weinberge als Lehen für ihn und seine Erben. Der Weinberg lag am Ende des „Hamilberg" - der gewöhnlich „Rotene" heißt.
1302 übereignete Abt Heinrich von Fulda dem Kloster St. Johann zu Fulda zwei Weingärten im Dorf Dippach.
Um 1303 besaß Dietrich von Abersfeld in Engenthal einige Weinberge. Im gleichem Jahre erhielt Marquard von Bodenlauben 10 Morgen Weinberge in Engenthal als Lehen.
Heinrich von Buchenberg, auch Buchenau (vom Büchelberg bei Untererthal) besaß 1303 auch den Weinzehnt von 2 Morgen in Feuerthal. Nach dem Würzburger Lehensbuch vom Jahre 1303 besaß Hermann vom Sotenberg mit seinen Söhnen Hermann und Dietrich als Würzburger Lehen den dritten Teil des Weinzehnten von Feuerthal und Westheim. Heinrich von Büchelberg verkaufte 1317 dem Dietrich von Abersfeld 4 Morgen Weinberge in der Botenlauben.
Nach dem Hennebergischen Lehensverzeichnis von 1317 besaßen die Herren von Erthal ein Lehen von 4 Acker Weingärten in „Wedemarsthal" (Wirmsthal), die Brüder Konrad und Syboth Lynser in Ramsthal 10 Äcker Weingärten, Konrad für sich nochmals 10 Äcker Weinberge am Hartberge. Um 1303 wurde in Trimberg Siboto von Bonnland mit 5 Morgen, Otto von Ecksdorf mit 8 und Otto von Eschenbach mit 6 Weinbergen belehnt. Außerdem erhielten in der Zeit von 1303-1358 Friedrich und Lutz von Herbilstadt 8 Morgen Weinberge in der Markung Trimberg, Wigler von Trimberg 13 Morgen Weinberg in Trimberg und Langendorf, Konrad von Westheim 6 Morgen Weinberg unter dem Schloß Trimberg. 1313 besaß Dietrich von Abersfeld in Machtilshausen 3 Morgen Weinberge als Bodenlaubensches Lehen. 1315 hatte er 10 Morgen Weinberg in Engenthal.
1313 wurde Albert Aple Turning mit 7 Morgen Weinberg zu Euerdorf und 2 zu Bodenlauben vom Grafen Bechtold von Henneberg belehnt. Um das Jahr 1317 übergab Heinrich von Nüdlingen „alle seine Weinberge zu Trimberg" dem Grafen Berthold von Henneberg für ein Burggut. 1321 überließ das Kloster Thulba dem Kloster Frauenrod 2 1/4 Weinberge am Zimmerberg bei Elfershausen gegen 1 1/4 Weinberge bei Tulbesberg. 1353 schenkte Abt Heinrich V. dem Kloster auf dem Frauenberg 12 Mor-gen Weinberge bei Diebach. 1355 gaben Otto v. Volnant zu Herbilstadt 8 Morgen Weinwuchs an den Bischof zu Würzburg, in Machtilshausen.
Hans von Kissingen erkaufte 1375 von den Geschwistern von Kotzau unter anderem auch 5 Acker Weinberg in Machtilshausen.
1363 kauften Hans und Dietz von Erthal Weinberge am Spangesberg bei Diebach.
Um 1400 waren mit Reben bestockt der Altenberg, Gries und Hänge des Arnstein bei der Ortschaft Flach zwischen Diebach und Morlesau. 1404 beurkundeten Dekan und Kapital des Stiftes Haug in Würzburg, daß der Zehnt von gewissen Weinbergen in der Hammelburger Markung nicht dem Stift Haug, sondern dem Kloster Thulba zuerkannt werde. 1483 erwarb Michael von Schwarzenberg den Weinzehnt im Rotenthal zu Langendorf. 1590 verkaufte Daniel XI. von Thüngen ein Drittel des Zehnts von Westheim an Getreide und Wein an Georg Eirich von Erthal. 1603 führte der Bürger Hill von Hammelburg Klage gegen den Herrn von Erthal wegen widerrechtlicher Wegnahme des Weinzehnts zu Westheim; dafür wurde diesem der Weinzehnt zu Obereschenbach beschlagnahmt. Bestandsbriefe der Gemeinden Dippach (Diebach) Frankenbrunn, Morlesau, Pfaffenhausen und Waizenbach aus dem Jahre 1603  berichten über den Wein und Getreidezehnt an das Stift Haug in Würzburg. 1612 verpfändete Eirich von Erthal dem Domherrn Wolf Adolf von der Tann die Weinzehnten zu Elfershausen und Feuerthal auf je 2 Jahre um 1500 Gulden, für die damaligen Verhältnisse ein bedeutender Betrag, aus dem der Wert des Weines zu ersehen ist.
Aus dem Jahre 1669 stammen Akten über den Weinzehnten der Herren von Erthal am Zimmerberg auf Feuerthaler Gemarkung. 1672 stellte Valentin Voit zu Wirmsthal einen „Lehensevers" aus, bezüglich 3/4 Weinberg am Scheinberg.  Der Weinberg war dem Fürstbischof „lehenbar" und „zinsbar" gemacht worden.
Nach einer Urkunde aus dem Jahre 1676 hatte Pfaffenhausen eine ganze Weinfuhr an Fulda abzugeben.
Ein aus dem Jahre 1697 stammendes Weingültbuch des Klosters Aura berichtet über die Weinbezüge in Aura, Euerdorf, Elferhausen und Sulzthal. Nach einer Urkunde vom Jahre 1799 verhandelte man mit dem Stift Haug Würzburg, wegen Einführung einer besseren Ordnung bei der Weinzehnterhebung.
1802 wurde der Rebenzehntbezug des Domkapitels zu Würzburg - Pfortenamt - im Kellereibezirk Euerdorf neu geregelt.
Nach Urkunden wird berichtet, daß der Abt Constantin v. Butlar seit dem Jahre 1774 dem Weinbau auf Saaleck besondere Aufmerksamkeit widmete. Der Johannisberg am Rhein der von dem vorher genanntem Abte erworben wurde, ist auch teilweise mit Saalecker Reben bepflanzt worden.
1816 wurde Saaleck eine bayerische Domäne. Im Jahre 1851 wurde das Schloßgut und im Jahre 1868 die Weinberge verkauft. Die Weinjahre 1868 und 1869 waren so lohnend, daß damit der Kaufpreis ausgeglichen wurde. Die ganze damalige Fläche hatte eine Ausdehnung von 46,552 Tagewerk, wovon 37 Morgen mit tragbaren Reben bepflanzt waren.
All diese urkundlichen Aufzeichnungen und Nachweise zeigen uns - seit der Zeit Karls d. Großen - den Wirtschaftszweig des Weinbaues in seiner vollen Bedeutung. Es ist anzunehmen, daß im 14. Jahrhundert, aus dem die meisten Aufzeichnungen stammen, der Weinbau die größte Bedeutung im Landkreis Hammelburg hatte.
Nach Peschka, gekürzt

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