Hammelburger Geschichte(n)

Durch das dankenswerte Entgegenkommen unseres Mitarbeiters, des Herrn Lehrers Karl Stöckner, Thulba, und der "Main-Post" Würzburg, welche uns die Klischees zur Verfügung stellte, sind wir in der Lage, eine Darstellung von bleibendem Wert über die wesentlichsten Flurdenkmäler des Landkreises zu geben. Sie wird sich den Veröffentlichungen über die Kunstdenkmäler von 1954 und Car. Dir. Kümmerts Arbeit über die Glocken des Landkreises von 1955 würdig anreihen.

Alte Flurdenkmäler im Landkreis Hammelburg

Im Rahmen der Deutschen Steinkreuzforschung führte Lehrer Karl Stöckner/ Thulba, in den Jahren 1950 bis 1955 die Inventarisierung der Flurdenkmäler im Landkreis Hammelburg durch.
Für jedes Denkmal wurde zu den Photos eine Karteikarte angelegt, die enthält: Ort und Datum der Inventarisierung, Gemeinde, Kreis, genauen Standort (Flurname, Plannummer, Grundstücksbesitzer), Gesteinsart, Dimensionen, Inschrift und Zeichen auf dem Denkmal, urkundliche oder mündliche Nachrichten und Überlieferungen, sowie besondere Namen.
Im Landkreis Hammelburg gibt es nun insgesamt 494 inventarisierte Flurdenkmäler. Davon entfallen auf die einzelnen Gruppen: 116 Flur- bzw. Friedhofskreuze, 17 Holzkreuze, 3 Kreuzbildstöcke, 5 Steinkreuze/Soldatenkreuze, 6 Sühnesteine, 120 Rundsäulen (Säule gedreht, spindelförmig, balusterförmig oder konisch nach oben zulaufend), 98 Pfeilersaulen (Pfeiler oder Schaft vierkantig, polygon, konisch zulaufend oder abgefast), 12 Holz-hildstöcke, 9 Pieta-Bildnisse, 27 tabernakelähnliche Bildhäuschen, 26 Bildhäuschen mit Säulchen oder Pilastern, 7 Nepomukdarstellungen, 21 Kreuzschlepper und 27 andersgeartete Bildnisse (Christus an der Martersäule, der gute Hirte, Erlöserbildnisse und Gedenksteine).
Das älteste Flurkreuz im Landkreis weist die Jahreszahl 1299 auf und steht auf einer freien Ödung auf dem Sodenberg. Es ist unter dem Namen „Giselakreuz" bekannt. Kurz vor der Ortschaft Untereschenbach erhebt sich eine graue Pfeilersäule aus dem Jahre 1512. Im Nachbarort Obereschenbach steht der ,,Luther-Stein", die älteste Rundsäule im Landkreis aus dem Jahr 1583. In Aura a.d.Saale ist in die Hofmauer eines Anwesens das älteste Bildhäuschen mit der Jahreszahl 1664/1665 eingelassen. Tabernakelförmige Bild-häuschen wurden erst später, das erste im Jahr 1742 in Langendorf, errichtet Der Sprengung der Saalebrücke in Euerdorf fiel das älteste Nepomuk-Standbild des Landkreises zum Opfer. Es stammte aus dem Jahre 1710.
Gott und dem gekreuzigten Heiland zu Ehren ließ im Jahre 1668 der Schultheiß zu Machtilshausen, Adam Sell, ein Bildnis des kreuztragenden Heilands errichten, welches das älteste seiner Art im Landkreis ist. Das aus dem Jahre 1734 stammende Pieta-Bildnis in Hammelburg ist das älteste seiner Art im Kreis. Von den anders gearteten Bildnissen steht der Grenzstein bei Westheim an erster Stelle. Er trägt die Jahreszahl 1615.
Es ist leider Tatsache, daß Witterung und andere Einflüsse dauernd an den steinernen Zeugen der Vergangenheit nagen. In einigen Jahrzenten können d;ese Zeugen der Ortsgeschichte verschwunden sein. Damit sie der Nachwelt erhalten bleiben, müßte sich jeder Einwohner des Landkreises verpflichtet fühlen, das seine zur Erhaltung der Zeugen von Pietät und frommem Sinn unserer Vorväter beizutragen

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