Hammelburger Geschichte(n)

Das Gisela- und das Spinnmagdkreuz von 1299

Zur Gemeinde Morlesau gehört Ochsenthal am Fuße des Sodenberges. Vorbei am Friedhof von Ochsenthal, der sich an die Kirche St. Ottilia anschließt und ein Kreuz aus dem Jahre 1877 aufweist, führt ein steiler Waldweg hinan zum Sodenberg. Auf einer seiner freien Flächen steht das im Volksmunde so genannte „Giselakreuz". Die Sage weißt von der Stifterin des Bildstockes zu erzählen: Voll Stolz rühmten sich einst die Grafen von Rieneck, daß Karl der Große selbst ihnen große Besitzungen und ein stattliches Schloß auf steilem Hügel über der Sinn, zunächst Reineck genannt, verliehen habe. Nicht weit vom Rieneckerschloß stand, ebenfalls an der Sinn, ein Schloß der Ritter von Thüngen. Die Rienecker jedoch mieden jeglichen Verkehr mit den Thüngen. Der Jüngling Gerhard von Rieneck teilte den Stolz seines Geschlechtes nicht: er warb um die schöne Gisela von Thüngen. Sein Vater aber, zornentbrannt, schwur, daß er nie und nimmer eine Vermählung mit der „Unebenbürtigen" zugeben werde und verbot dem Sohne, sich jemals wieder der Geliebten zu nähern. Giselas Vater, tief erbittert über die Abweisung, brachte sie auf sein Schloß Kilianstein auf dem Sodenberg. Bald darauf zog Gerhard mit den Kreuzrittern ins
Heilige Land, wo er fiel. Zum Zeichen ihres großen Herzeleidens errichtete Gisela auf dem Sodenberg ein Kreuz und starb wenig später an gebrochenem Herzen. Das Kreuz wurde im Jahre 1515 von Philipp von Thüngen erneuert und ist auch unter dem Namen „Das heilige Kreuz auf dem Sodenberg" bekannt. (Abbildung)
Die Inschrift im Schaft läßt sich nicht rekonstruieren; bei der Jahreszahl handelt es sich um 1299. Im Schnittpunkt des Längs- und Querbalkens des Kreuzes ist das Wappen derer von Thüngen angebracht. Ein verstümmelter Korpus hängt am Kreuzesstamm. Die Höhe des Kreuzes betragt drei Meter.
An der äußersten Grenze des Sodenberges, zur Straße nach Aschach hin, steht (bereits auf dem Boden des Kreises Gemünden) das verstümmelte „Spinnmagdkreuz" um das sich die Sage vom Teufel und der „Magd vom Sodenberge" rankt.

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