Eine Passions-Säule bei Diebach
In der Umgebung der heutigen Ortschaft Diebach müssen vor rund 3000 Jahren schon Germanen der Bronzezeit gelebt haben, denn vor einigen Jahrzehnten legte man an der Straße Diebach - Waizenbach im Walde fünf Hügelgräber frei, wobei man Totenschädel, bronzene Ringe, Gewandnadeln (Fibeln) und Tonscherben fand.
Name und Ort Diebach werden zum ersten Mal in der Schenkungsurkunde Karls d. Gr. 777 unter der Bezeichnung Thyupfbach genannt. In den späteren Jahrhunderten wird Diebach innerhalb der alten Cent Saaleck hervorgehoben; es stellte einen der 12 Centschöffen beim Centgericht in Hammelburg.
Diebach erlangte im Jahre 1696 das Recht eines Marktes und durfte drei Jahrmärkte abhalten, zum Ärger der Bewohner Hammelburgs. Sie brachten es zuwege, daß die Diebacher 1732 auf ihre Privilegien verzichten mußten. Aus dieser Zeit stammen die ersten Bildstöcke. (Kärtchen)
Vor dem Friedhof, nahe der Bahnlinie, erhebt sich auf einer Rundsäule ein Doppelrelief mit Volutenkonsolen, unterhalb der Reliefs sind Christus am Kreuze und Christi Verspottung dargestellt.
Eine Säule mit fast gleichlautendem Text haben am 10. Juni 1705 die Eheleute Johannes Spahn und Margaretha zu Ehren Gottes im unteren Dorfteil „Kappesländer" aufrichten lassen.
Eine Säule in der Flur „Sand" ist in ihrer Darstellung einmalig im Landkreis. In einem vierkantigen mit Zierfeldern geschmückten Fuß steckt eine nach oben konisch zulaufende achteckige Säule mit einem polygonen Gehäuse, in dessen einzelnen Flächen Reliefs von der Leidensgeschichte künden.
In den Feldern des Säulenfußes sind abgebildet: Kreuzigung, Drachentöter, Hl. Antonius und ein Bischof. Eine Inschrift besagt: Jesus ist um unser Sünd willen am Kreuz gestorben, 1716.
Die restlichen Bildnisse in der Gegend sind in den Jahren zwischen 1875 bis 1901 aufgerichtet worden.
Im Ort und in seiner näheren Umgebung gibt es insgesamt 17 Bildnisse, zum Teil aus rotem und aus gelbem Sandstein, davon fünf Flurkreuze und in der Neumühle ein Soldatenkreuz, worüber aber auch die ältesten Leute keine Auskunft geben können.