Hammelburger Geschichte(n)

Der älteste Bildstock in Aura von 1648.

Überragt wird Aura von der Klosteranlage, die terrassenförmig am Hang einer vorspringenden Bergnase angelegt ist.
Otto der Heilige, Bischof von Bamberg, stiftete dieses Benediktinerkloster und besetzte es mit Mönchen aus Hirsau an der Nagold. Bauernfehde und Markgraflerkrieg verwüsteten das Kloster, so daß es, verschuldet und nicht mehr lebensfähig, 1564 von Fürstbischof Friedrich von Wirsberg aufgehoben wurde.
Hinter der Klostermauer erstreckt sich die Flur „Kellerei", zu deren Bereich der Friedhof des Ortes gehört. Zwei steinerne Kreuze stehen darin,- das eine davon, aus dem Jahre 1694, schmückt die Stirnseite des Ehrenfriedhofes der Gefallenen aus den beiden letzten Weltkriegen. Außerhalb der Umfriedungsmauer erhebt sich auf einem vierkantigen Sockel eine polygone Kalksteinsäule mit einem lose aufgesetzten Kapitell, das ein Kreuzigungsrelief zeigt.
Keine fünf Meter davon entfernt erreicht eine andere Säule aus rotem Sandstein durch einen gegliederten Sockel die beträchtliche Höhe von fast fünf Metern. Sie hatte ihren Standort weiter draußen in der Flur auf einem Acker. Blumenornamente, Fratzen und wiederum das Kreuzigungsrelief schmücken die Flächen des in Spitzgiebeln endenden Hauschenkapitells. Sie ist die älteste Säule, das älteste Denkmal in der Auraer Flur, und trägt die Jahreszahl 1648.
Der sogenannte Promenadenweg fuhrt durch diese Gemarkung. Noch vor der Ruine stehen ein hölzernes Flurkreuz zwischen zwei mächtigen Ka-stanienbäumen und eine Säule auf einem Ackerrain. Der Wanderer wird hier zum kurzen Verweilen aufgehalten und um ein stilles Gebet ersucht:
„Freund gehe nicht so schnell vorüber, O, bleibe hier ein wenig steh'n
Gott ist der Richter. Mensch, bete still ein Vater unser hier.
Am 12 August 1893 fand Barbara Nuß durch ein Gewitter hier ihren Tod.
Unterhalb der Klosterkirche führt die Straße von Aura nach Wittershausen. Die Flur heißt man Am Mühlberg. Die Straße wurde erst in den dreißiger Jahren gebaut, wobei ein Ing. Braun aus Nürnberg dort einen Bildstock errichten ließ. 20 Meter unterhalb dieses Bildstockes erhebt sich an derselben Straße eine Säule. Leider kann Inschrift und Jahreszahl am Sockel nicht mehr rekonstruiert werden,- von dieser Säule erzahlt man folgendes:
Früher, als da noch keine Straße war, kam an dieser Stelle ein Erntewagen ins Rutschen. Er riß Gespann und Fuhrmann den Steilweg hinab. Dem Bauern geschah kein Leid. So habe er aus Dankbarkeit den Vierzehn-Nothelfer-Bildstock errichten lassen.  (Abbildung und Karte)
Im Geländer der alten Saalebrücke ist ein Bildnis des Brückenheiligen St. Nepomuk eingelassen, eine gute handwerkliche Sandsteinfigur aus dem Jahre 1712. Insgesamt stehen in der Gemarkung des Ortes 17 Flurdenkmaler.

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