Die folgende Studie fußt in der Anlage auf dem „Kunstdenkmälern des Königreichs Bayern", Band 3/XIV, bearbeitet von Adolf Feulner 1915. Dazu wurden herangezogen: Georg Dehios Mitteldeutschland 1914 u. Fritz Knapps Mainfranken 1928. Erstrebt ist hier nur ein erster Entwurf, der dem Kunstfreund als Führer zu den künstlerischen Kostbarkeiten im Landkreis zur Hand sein soll. Besonderer Dank gebührt dabei dem Landkreis und den Pfarrämtern für ihre wertvolle Mithilfe.

+   1954   +

Herausgeber: Ortsgeschichtlicher Ausschuß im Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Hammelburg Stadt und Land. Druck: Buchdruckerei WALZ, Hammelburg


 

Der Landkreis Hammelburg

Gesamtübersicht

Kirchliche Bauten: Die romanische Zeit ist im Landkreis mit der Klosterkirche in Aura (1108-13) und der wenig später entstandenen Klosterkirche in Thulba, 1127, ferner den kleineren Kirchen von Untererthal aus dem 12. Jahrhdt. und der (etwas reicheren) Wehr-Kirche in Diebach (um 1270) vertreten.
Das wichtigste Zeugnis der Hochgotik ist die Hammelburger Stadtpfarrkirche (Chor von 1389), deren Langhaus, Turm und Chorwölbung schon der Spätgotik angehören (1461). Die Spitalkirche von 1404 wurde auf den alten Umfassungs- und Chormauern nach 1854 neugotisch wieder hergestellt. Nachgotisch ist bemerkenswert die Kirche von Euerdorf (Juliuszeit 1602). Unter den Baudenkmälern des 17. Jahrhunderts ragt hervor die Klosterkirche von Altstadt (1649-1698/1700), im fränkischen Barock erbaut.
Das 18. Jahrhundert schuf die bedeutende Kirche Joh. Mich. Fischers, eines Neumann-Schülers, in Fuchsstadt, 1766, ferner - außer vielen kleinen Kirchen des Landkreises - die Steintalkapelle bei Hammelburg (1739-42).
Weltliche (profane) Bauten: Von der Trimburg ist romanisch die 3 m starke Schildmauer der Ostseite und der Bergfried, auf Burg Saaleck stehen aus der romanischen Zeit nur noch der Bergfried und Teile der östlichen und nördlichen Grundmauern.
Aus gotischer Zeit stammen in Hammelburg noch wenige Reste der Stadtmauer und 3 Türme (1242, 1256-60). 3 Tore und Brückenturm wurden zerstört und eingelegt 1854/55.
Die Spätgotik und Renaissance überlieferte uns Teile des Rathauses von Hammelburg (1524-29), ferner die 1573 entstandenen Teile der Kellerei des Roten Schlosses. Das wichtigste Baudenkmal des 18. Jhdts. ist das Fürstlich Fuldische Kellereischloß, genannt „Rotes Schloß" (1725-31) des Andr. Galasini. Aus dem 16. Jhdt. stammen einige erhaltene Fachwerkbauten Hammelburgs in der Bahnhof- und Dalbergstraße. Romanisch von den Brückenbauten ist die Hammelburger alte Saalebrücke von 1121 - mit späteren Hochwasserbrücken, - deren älteste 4 Joche der Krieg 1945 vernichtete. Mittelalterlich sind die alten Saalebrücken in Aura und Elfershausen.
Plastik: Am frühesten datiert ist der Grabstein der Ehefrau Katharina des Chorbaumeisters der Hammelburger Stadtpfarrkirche, spätgotisch der Grabstein der Anna Steinmetzin ebenda.
Aus dem 16. Jh. stammen mehrere Grabsteine der Amtmänner von Saaleck, ebenso solche aus dem 17. Jh. in der Marienkapelle. Bedeutende Renaiss.-Plastiken sind die Wasserspeier des alten Rathauses, von Joh. Schoner (1529), jetzt im Schloßgarten, und der Marktbrunnen mit seinem Relief-Schmuck von 1541. Die Reliefs der alten Rathausaußentreppe von Schoner fielen dem Brand von 1854 zum Opfer. Vom Steinmetz ,,HR" stammt das Zazarey-Kreuz des Friedhofes (ebenso Passionsdarstellungen in Windheim und ein Steinrelief der Dornenkrönung in Thüngen). Der Meister der 3 Kreuzwegreliefs am Chor der Stadtpfarrkirche ist unbekannt (1520). Die Oelberggruppe in Hammelburg ist handwerklich von 1461. Etwas früher ist die bürgerliche Madonna, links vom Kirchturm (um 1400). Ein vollständiger Kreuzweg des 18. Jh. (1733) ist in Altstadt mit Kreuzigungsgruppe auf Saaleck aus dem gleichen Jahre. Aus dem 18. Jh. stammen ferner die Figuren der Saalebrücke, eine Madonna Portans von 1711 und ein Joh. Nepomuk von 1746. Von Bildhauer Faulstig aus Hammelburg ist u. a. der Nepomuk hinter der Spitalkirche, von 1756.
Das bedeutendste Bildwerk der Stadt ist die Madonna des Jakob von der Auvera. um 1720, jetzt in einem Strahlenkranz über dem neuen Altar der Stadtpfarrkirche angebracht (1950).
Kirchenausstattung der Landkirchen, Gemälde und kirchliches Gerät werden im folgenden Text aufgeführt.


Ortsverzeichnis

A. Stadt Hammelburg mit Kloster Altstadt und Schloß Saaleck. 
B. 
1.    Aura 19.    Ochsenthal
2.    Diebach 20.    Pfaffenhausen
3.    Dittlofsroda 21.    Ramsthal
4.    Elfershausen 22.    Schwärzelbach
5.    Engenthal 23.    Sodenberg-Ruine
6.    Euerdorf 24.    Sulzthal
7.    Feuerthal 25.    Thulba
8.    Frankenbrunn 26.    Trimberg
9.    Fuchsstadt 27.    Untererthal
10.    Greßthal 28.    Untereschenbach
11.    Hetzlos 29.    Völkersleier
12.    Hundsfeld 30.    Waizenbach
13.    Langendorf 31.    Wartmannsroth
14.    Machtilshausen 32.    Wasserlosen
15.    Morlesau 33.    Westheim
16.    Obererthal 34.    Windheim
17.    Obereschenbach 35.    Wirmsthal
18.    Oberthulba 36.    Wittershausen


  
   

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