Hüwe und düwe vo die Sol
Grüess Euch Gott, mei liewe Heimatfreund, endlich bin ich do. Ja, lang bin ich jo scho ogemeld un es würd Zeit, daß ich emol rausrück mit die Sproch. Um was sich mti Schrtiwerei dreht, dos ward Ihr scho rauskriege, drüm will ich weitersch kee Wärter verlier. Mir künnt's hauptsechlich draufoh, daß ich Euch o manches erinner, dos wu scho zu e Selbstverstendlichkeet wurn is. Auf alle Fell hoff ich, daß ich dodezu beitroch dan Heimatgedanke neu ze wecke un zu vertiefe. Do bin ich neulich bei dam schöne Watter wieder emol eweng spazier gange, weil jo die ewige Stuwehockerei nit guet is un weil noch sou e kreftige Krumberns-suppe die früsche Luft ach guet tuet. Un sou bin ich halt die Stodt unne naus gelaffe, om Rentamlsweiher verbei, wu die Ente in die Meerliense rumg'schnoppelt hörn: un wie ich üwer die Soolbrücke diünü bin, do ho ich örscht die Füschlich eweng betrocht und ebei ein Durscht griecht, daß ich schleunigst g'sann hob, daß ich nü en Liewctal kumme bin. Wie ich do sou durch die Michelbachsologe g'stolwert bin, die wu geleucht höm vür lauter Hirbstgold, do ho ich mei Mutze aufgeknöpft un die Mücklich sen mer um mei Nose rümg'saust, daß mer bal gemen kannt es wollt Frühjahr gewar.
Ln sou bin ich dann im Schützehäusle geland't, dos wu im vergangene Jahr örscht wieder aufgebaut wurn is. Vom Schieße will ich grod nit allzeviel wüß. wenn ich ach manchesmol mit mein Spazierstecke Zielüwunge mach. Ower dos Schützehäusle sou lod't em jo ach ei zu em gemütliche Bleiwe un ich mueß soch, die schö ausge-molte Stuwe, die sens scho wart, daß mer sich e bissele setzt und konn dann bei en guete Hammelburger Schuppe zuguck wie die junge Leut auf die neumoudische Schießstend ihr Kunst prowiern. Es ist blos ewig schod, daß dar Summer verbei is un ich kannt mich nit nein Freie unner die Baame setz mit e früsch Fleschle Bier. Drüm ho ich mich ach nit allzelang aufg'halle un bin hinnerüm nauf en Barch, um mich eweng in die Gäiged ümzegucke. L n dos wor wohrhoftig schö; üwern ganze Toi do war sou en ganz zarte Nawelschleier un blos dar Kirchturm dar hot wie sou en Finger drünaus gedeut. Ich bin dan sou weiter gedappt nein Hain un do hot mich dos Klopfe vo en Specht aus mei Tremerei aufgerütelt un e poor Meeslich die sen in die Schleedürner rüng'hüpft.
Auf emol wor ich direkt pfeilgrad vür en Sooleck g'stanne un akkerat nou vür dam Wegweiser, dar wu nei dia Guetsschenk deut. Do hots für mir niesmehr zu üwerläige gawe, weil ja dar Saaleckerwei weit und breit bekannt is. Ich ho jo mei Backe ganz schö aufgeblose bis ich die Stiege zu dam alte Zenttum nuufkumme bin. Ower ich ho's nit bereut, weil ich jo vo dare runde Stuwe aus en murds-mässige Blick g'hot ho die Sool drono und bis hint die Barch vodie Bhö. Die Sunn hot sou schö durch die Fensterscheiwe geblienzelt un dos rote un gale Laab vo dam wille Wei, dar wu om Turm dronauf wöchst. dos hot wie zum Gruess c ganz klee bissele gewäidelt. Un dar Schuppe, dar wu vür mir auf dare sauwere helle Tusch-platte g'stanne is, dar hot mich sou schö o'gelacht, als wollt er sich mit mir free un da ho ich en halt sou ganz odechtig durch mei Gurchel laff loß. Nei die große Stuwe ho ich ach emol neigeguckt un do is mei Aachemirk gleich auf dan große Kamin g'falle: un die schwere echene Unnerzüg o die Deck; die mache dan Eidruck wie wenn mer in en Rittersol war. l'n ich ho ach gement ich tat es Scheppern vodie Sewel hör, ower es war blos es Klinge vo die Schuppegläiser, vo dare G'sellschaft, die wu mir zum Obschied zugeprost hat.
Wieder daus auf die Treppe, do ho ich sou richtig die früsche Luft nei mei Lun^e flügel gezouche und ho nochemol üwer unner schön's Tool drohigeguckt. En Schlengelwegle drono is mer e Echhürnle no e Welle nochg'hüpft un die Döllig vom Kloster die sen in die Luft rümgekurvt un höm rächte Schree getuen, als wollte se dare junge Leut, die wu vür mir hergelaffe sen un die höchste Tön g'sunge höm, Konketenz mach. Sou bin ich dann mittlerwelle om Kloster verbei un durch die Birkeallee om alte Linnebaam geland't. Do ho ich mich örscht emol eweng verschnauft un auf dos Gequack vo die Frosch g'hört. die wu wohrscheinlich ach meene es wollt FYühjohr gewar. Wie ich grod fürt geh will, do kumme sou e poor Schlawiner die Soolbrücke rü un turne auf die Gelender rüm, daß mer bal gemen könnt se falle alle Aacheblick nein Schwiebouche.
Sou um die Kaffetrinkzeit bin ich wieder auf en Mortplatz gewase un ho mich noch e Kaffe umgeguckt, weil mir mein Moche geknurrt hot bal wie sou en Brüllous. dar wu nei e leer's Moustfoss brüllt.
Wu ich dann nou hig'schlappt bin, dos war ich Euch es anneremol verzäihle. Auf alle Fell bin ich durch alle Wirtshäuser gange un ho guet gesse und getrunke. Wohrhoftiger Gott, ich ho keens vergesse un weil mir's üwerol guet g'falle hot drürn war ich uechste mol weitermache.
Also bis do hie viele Grüeß!