Hammelburger Geschichte(n)

Die Entstehung der Heckenwirtschaften

Das fröhliche Treiben in der Häckerwohnung, das meist anhebt, wenn an einem Hof der Tannenwedel aushängt und kundtut, daß der Hacker selbstgebauten Wein billig ausschenkt, mag leicht vergessen lassen, daß die Mosthecken einen recht ernsthaften Ursprung hatten. Auch in der sonst „guten, alten Zeit" war Bargeld rar, und der vom Wetter so abhängige  Winzer kam  oft   ins   Gedränge seiner Gläubiger.
Letztere kamen gerne gleich nach der Lese, um den Schuldner unter Druck zu setzen und ihm seine ganze Weinernte gegen schlechte Bezahlung abzupressen.
Doch die Hacker bewiesen in solchen Fällen durch ein schönes Beispiel ihre Zusammengehörigkeit. Sie verabredeten sich im Hause des Bedrohten, über dessen Haupt schon der Hammer des Auktionators schwebte, zum Abend- und zum Sonntagstrunk. Es war fast immer eine erfolgreiche Hilfestellung: der Schuldner bekam sein Geld zusammen und behielt meist von seiner Ernte noch etwas zum eigenen Gebrauch übrig,- der Gläubiger machte ein schlechtes Geschäft und zog mit langem Gesicht ab.
Der Weinbergspfahl, in einen Mauerritz geklemmt, mit seinen daranhängenden Buschen wurde eingezogen. Er hatte für diesmal mit Hilfe guter Nachbarsleute seine Schuldigkeit getan.
Nach Schliermann.

 

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