Vorbemerkung: Das Nachfolgende ist ein etwas erweiterter und zum Teil berichtigter Wiederabdruck der im Hammelburger Wochenblatt 1955 Nr. 11, 12, 13 und 14 erschienenen „Erinnerungen".
Zwei Jahrzehnte sind jetzt vergangen, seitdem der 2. Weltkrieg sein für unser ganzes Vaterland so verhängnisvolles Ende fand. Auch Hammelburg wurde in den letzten Kriegsmonaten schwer mitgenommen, ja in den furchtbaren Apriltagen 1945 beinahe im letzten Augenblick in eine unabsehbare Katastrophe gestürzt. Die vorliegende Schrift soll einiges von dem festhalten, was damals Bemerkenswertes in und um Hammelburg geschah. Es konnte freilich weder Vollständigkeit noch unbedingte Zuverlässigkeit in allen Einzelheiten erreicht werden. Schriftliche Quellen standen nur in geringer Zahl und meist knapp gefaßt zur Verfügung. Die mündlichen Auskünfte aber der zahlreichen befragten Augen- und Ohrenzeugen gingen auch über das gleiche Ereignis oft stark auseinander. Es waren ja zur Zeit der Niederschrift dieser Erinnerungen (1951—1953) immerhin schon wieder zahlreiche Jahre verflossen, noterfüllte zum Teil, und das Gedächtnis der Menschen ist kurz, besonders für Einzelheiten. Trotz alledem soll das hier Gesammelte der Nachwelt erhalten bleiben, damit nicht in verhältnismäßig kurzer Zeit die Erinnerung an Hammelburgs schwerste Tage nur mehr in verdämmernden Umrissen fortlebe.
Schriftliche Quellen:
- Hammelburger Pfarrchronik, damals geführt von Stadtpfarrer Herrn Dr. Mahr. Sie enthält einige eindrucksvolle Schilderungen und wurde mir vom jetzigen Stadtpfarrer Herrn Dekan Röll in dankenswerter Weise zugänglich gemacht, auch der Abdruck einiger Stellen gestattet.
- Aufzeichnungen von Studiendirektor Philipp über das Schicksal der Oberschule Hammelburg im Kriege.
- Jahresbericht der Volksschule in Hammelburg, geschrieben vom damaligen Schulleiter Hauptlehrer Seuffert, zur Einsicht mir überlassen von Rektor Held.
- Annalen des Klosters Altstadt. Sie enthalten jedoch nur weniges über die eigentlichen Kriegsvorgänge.
- Erinnerungen an das Kriegsende in Obereschenbach, Handschrift des Herrn Caritasdirektors Monsignore Kümmert in Würzburg, damals Lokalkaplan in Obereschenbach.
- Kriegsende in Trimberg, Handschrift des damaligen Hauptlehrers Eisert in Trimberg. Sie enthält auch einige Photos der dortigen Brücken nach der Sprengung.
- Ullrich, Chronik von Hammelburg. S. 173 ff. b
- Kenneth Koyen, General Pattons mistake (über den amerikanischen Panzervorstoß am 27. 3. 45) in der Zeitschrift „Saturday Evening Post" vom 1. Mai 1948 S. 18/19 und S. 126/130.
- Aufzeichnungen von Kreisbrandinspektor Fell, Hammelburg, über die Feuerwehr und ihre Tätigkeit bei Bränden in Hammelburg 1945.
- Manches entnahm ich dem eigenen Tagebuch jener Zeit.
- Keine Hinweise fanden sich in den Protokollen der Hammelburger Stadtratssitzungen aus der Zeit vor dem 12. 4. 45. Doch konnte Herr L. Springer, Pfleger am Archiv in Hammelburg, wenigstens eine Reihe statistischer Zusammenstellungen über die Kriegsverluste an Toten unter den Einheimischen sowie über Brände und sonstige Gebäudeschäden in Hammelburg machen. Damit berichtigte er meine eigenen früheren lückenhaften Angaben, wofür ihm auch hier bestens gedankt sei.
Mündliche Quellen:
Ais hauptsächlichste, teilweise öfter befragte Berichterstatter nenne ich den ehemaligen ersten Bürgermeister Clement, Hauptlehrer Eisert Trimberg, Kreisbrandinspektor Fell, Sattlermeister Gößmann, Frau L. Hempfling Felsenkeller, Frau H. Hepperlin, Gärtnereibesitzer Hurrlein, ehemaligen 2. Bürgermeister Keßler, Städt. Angestellten L. Kirchner, Oberst i. R. Mestmacher, Studiendirektor Philipp, Maler Ringelmann, Gärtnereibesitzer L. Schlereth, Schreinermeister Schmidt, Frau Spenglermeister Schreiner, Ziegeleibesitzer Voll, Bundesbahnangestellten Fr. Weiß, Finanzoberinspektor Wirth.
Diesen und vielen anderen (manche sind inzwischen auch gestorben) sei hier nochmals Dank ausgesprochen.
Besonders bedankt sei ferner Herr Apothekenbesitzer und Stadtrat W. Gerhard, der diesen Neudruck anregte, sowie vor allem Herr 1. Bürgermeister Dr. H. Meyer dafür, daß er sich meiner Arbeit in Gemeinschaft mit dem verehrl. Stadtratskollegium annahm und mir in zahlreichen Anliegen mit unermüdeter Geduld beistan